In Anerkennung ihrer fragwürdigen Stellung beschlossen die übrigen Abgeordneten, nicht als Abgeordnetenhaus, sondern als Provisorische Nationalversammlung zusammenzukommen. Die Versammlung würde nur Entscheidungen treffen, die nicht verzögert werden könnten; sie würde so viel wie möglich vom bestehenden Verfassungsgesetz behalten, bis allgemeine Wahlen abgehalten und eine ordnungsgemäß legitimierte Konstituierende Nationalversammlung einberufen werden könnte. [82] Insbesondere hat die Provisorische Versammlung keine drastischen Änderungen am Gerichtssystem vorgenommen; es aktualisierte hauptsächlich das System der Gerichte des öffentlichen Rechts:[83] Das Gericht ist in 18 Panels (Senat) von jeweils fünf Mitgliedern aufgeteilt. [41] Ein Gremium befasst sich ausschließlich mit Berufungsentscheidungen von Schiedsgerichten; Ein anderes Gremium hört auf Diekaus urteile über Kartellurteile des Wiener Oberlandesgerichts, das für alle österreichischen Kartellsachen zuständig ist. Ein drittes Gremium befasst sich mit Disziplinarverfahren und anderen justizinternen Streitigkeiten. Von den übrigen 15 Gremien befassen sich zehn mit Zivilverfahren und fünf mit Strafverfahren. [42] Strukturell ist die österreichische Justiz in ordentliche Gerichte und Gerichte des öffentlichen Rechts (ordentliche Gerichte) unterteilt. Die Allgemeinen Gerichte bearbeiten Zivil- und Strafprozesse sowie Nicht-Kontradiktoler-Verfahren wie Erbsachen oder Vormundschaftsangelegenheiten. Die Gerichte des öffentlichen Rechts beaufsichtigen die beiden anderen Regierungszweige: das Verwaltungsgerichtssystem überprüft die Rechtmäßigkeit von Verwaltungsakten; das Verfassungsgericht entscheidet über Beschwerden über die Verfassungsmäßigkeit von Satzungen, die Rechtmäßigkeit von Verordnungen und das Verhalten von gewählten Beamten und politischen Beauftragten im Amt. Die Verantwortung für die Ernennung von Richtern liegt beim Präsidenten, aber der Präsident kann und übernimmt diese Aufgabe in der Regel an den Justizminister. [43] Das Gericht unterhält einen speziellen Personalausschuss, der dem Minister im Falle einer Vakanz eine Auswahlliste von drei Kandidaten zur Verfügung stellt.

[44] Theoretisch kann der Minister jeden Österreicher ernennen, der rechtlich für die Sitzbank qualifiziert ist und nicht durch die rudimentären Unvereinbarkeitsbestimmungen der Verfassung ausgeschlossen ist.